DAS GESETZ DER SERIE – IPA IS DEAD VON BREWDOG

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Ist es doch mal wieder das weibliche Geschlecht, das einen dahinschmelzen lässt. Sie machen uns verrückt, fröhlich und fidel. Denn nur die weiblichen Dolden vom Hopfen werden zum Bierbrauen verwendet. Da sind die männlichen Kollegen nicht geeignet. Aber Bier und Frauen gehören ja sowieso seit jeher zusammen.


Doch wer soll sich bei soviel geschmacklicher Schönheit und Vielfalt entscheiden? Gibt es doch ungefähr 100 Hopfensorten auf der ganzen Welt – und jedes Jahr werden neue Züchtungen angepflanzt. Ob grasiger Geschmack, harzig, holzig oder blumig. Aromen von Beeren oder Kräutern. Oder sogar bestimmt definierbare Früchte wie Mandarine, Maracuja, Weintrauben oder Feige kann man bei einigen Hopfensorten schmecken.
Bei den meisten Bieren werden mehrere unterschiedliche Hopfen verwdenet. Ob als Bitterung oder eben zur zusätzlichen Aroma-Erzeugung. Neben dem Malz und der Hefe als Zutat, entstehen so die vielfältigsten Bier-Varianten.
Nicht nur zur Huldigung der Hopfenpflanze an sich, sondern sicherlich auch, um den Geschmack einer bestimmten Hopfensorte isoliert erleben zu können, sind bereits vor einigen Jahren die Craft Brewer aus den USA auf die Idee gekommen, Biere zu brauen, die bei Stammwürze, Alkoholgehalt, Bitterwert, verwendeter Hefe und Malzsorten absolut identisch sind – als Hopfen wird jedoch lediglich pro Bier eine Sorte verwendet. Diese Bier-Reihen erfreuen sich großer Beliebtheit bei Beernerds und vor allem Hopheads. Die geschmackliche Vielfalt der Hopfensorten lässt sich zum Beispiel sehr gut anhand der Zusammenstellungs-Grundlage eines IPA erkennen.
Bekannteste Vertreter der Single Hops Serien sind jene von Hermitage Brewing, Mikkeller oder auch BrewDog. In Deutschland ist es die Kreativbrauerei Kehrwieder, die mit drei Single Hop IPAs (SHIPAC, SHIPAS, SHIPAA) diesen Trend umsetzt. BrewDog aus Schottland veröffentlicht seit 2011 jedes Jahr vier neue Vertreter aus der «IPA is Dead»-Serie. Dieses Jahr sind vier neue Hopfensorten gekocht worden und Hops Hysteria hat sie im direkten Vergleich getestet.
Jedes der vier Biere der 2013er-Version hat einen Alkoholgehalt vo 6,7%, 75 IBU (Bittereinheiten) und wurde mit Maris Otter, Crystal Malt und Caramalt gebraut (gleiche Rezeptgrundlage wie das weltberühmte Hardcore IPA).

DANA:
Dana ist eine neue Hopfensorte aus Slowenien und eine Kreuzung aus anderen slowenischen Hopfen und dem deutschen Magnum. Der Geruch im IPA is Dead ist einigermaßen blumig. Beim Geschmack fällt als erstes eine enorme Säure auf, was aber natürlich auch an der Gesamt-Komposition liegen kann. Nach ein/zwei Schluck mehr erscheinen leicht Pfirsisch und Aprikose, aber hier dominiert auch eine leichte Blumigkeit. Insgesatm wirkt das IPA recht unharmonisch und der Hopfen relativ schwach.

GOLDINGS (EAST KENT GOLDINGS):
Diese klassische Hopfen aus England wird seit Jahrhunderten verwendet. Typisch für Hopfen von der Insel sind die kräuterigen, erdigen und leicht holzigen Aromen. So auch bei diesem IPA. Im Geruch noch leicht muffig, machen sich die harzigen Nuancen sehr schnell breit. Definitiv im IPA kein Hopfen, der die Geschmacksknospen zum Jubeln bringt.

EL DORADO:
Diese Hopfensorte aus den USA soll mit einem Korb Tropenfrüchte unter dem Arm daher kommen. Beim Geruch kann man es erahnen. Ananas, etwas Maracuja. Beim Geschmack muss ich leider dann doch ziemliche Leere feststellen. Nur eine leichte Hopfensüße macht sich breit. Im Nachgeschmack ist allerdings wieder etwas mehr Frucht vorhanden. Im Gesamtbild wirkt das Bier etwas künstlich und kraftlos.

WAIMEA:
Ich liebe eigentlich den neuseelänischen Hopfen. Auch der Waimea ist großartig. Die Mischung aus harzig, holzigen und zitrus-fruchtigen Aromen sind typisch für den Kiwi-Hopfen. Dabei spielt die Frucht im Geruch und im Antrunk die dominante Rolle. Das holzige Harz eher im Nachtrunk. Dennoch wirkt dieses Bier nicht 100%ig harmonisch.

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So interessant es auch ist, die unterschiedlichen Hopfenaromen bei gleichen Voraussetzungen zu testen, muss man auch sagen, dass es anscheinend leider nicht immer eine tolle Harmonie aus Hopfen und Malz ergibt. Insgesamt war ich doch von dieser Single-Hop-Serie recht enttäuscht. Ich hoffe, die 2014er Version wird etwas abgerundeter. Eventuell muss BrewDog auch das Grundrezept überdenken. Beim Hardcore IPA funktioniert es toll, bei diesen IPAs nicht wirklich.

Hier ein paar Infos zu den IPA is Dead-Serien der vergangenen Jahre:
2011er-Version mit Bramling X, Nelson Sauvin, Citra und Sorachi Ace
2012er-Version mit HBC, Challenger, Galaxy und Motueka

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2 Antworten
  1. dan says:

    yeah! steht hier auch und wartet seit tausend Jahren auf nen guten Tasting Zeitpunkt. Danke für die Hintergrundinfos. schon „Unleash the yeast“ set geordert? 🙂

  2. HOPSHYSTERIA says:

    Berichte mal, wie Dir die Reihe geschmeckt hat. Unleash … hab ich noch nicht. Gibt es das schon irgendwo in D zu kaufen? Ist ja noch recht frisch, oder!?

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