In der Höhle des Teufels: Le Trou du Diable

Zahlen sind ziemlich unsexy und charakterlos. Aber dennoch sagen sie in Form von Statistiken viel aus. Für die Wirtschaft sind Zahlen vielleicht das wichtigste der Welt. Auch Trends lassen sich mit einfachen Ziffern belegen. Eine Statistik belegt, dass «Craft Beer» einer dieser Trends ist. Zumindest in den USA legt die kleine Nische auf dem riesigen Bier-Markt jährlich prozentual weiter zu (17,2% der Verkäufe).

In Deutschland wurde soetwas meines Erachtens noch nicht berechnet, was aber sicherlich auch (noch) nicht wirklich möglich ist, da der hiesige Martk zu jung ist und es keine Abgrenzung oder klare Definition der modernen Brauer(-eien) zu traditionellen handwerklichen Brauereien gibt. Eine klare Definition gibt es aber auch in Kanada, dem Nachbarstaat des Geburtslands des Craft Beers. Dort hat der Verkauf von Craft Beer um satte 38% zugelegt. Monatlich wachsen neue kleine Brauereien aus dem fruchtbaren kanadischen Boden.

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Eine dieser Brauereien ist Le Trou du Diable aus Shawinigan, Quebec. Übersetzt bedeutet der Name soviel wie »Das Loch des Teufels«. Böse. Gruselig. Aber der Name hat natürlich einen Hintergrund. In Shawinigan, in der Nähe der Brauerei, gibt es eine Wasserfall-Formation, bei der eine tiefe Höhle sein soll. Der Legende nach soll hier regelmäßig der Teufel feiern und trinken, bis er nicht mehr kann …

Und damit der Teufel ordentlich Nachschub bekommt, muss dieser natürlich irgendwo produziert werden. Und das machen die Jungs und Mädels von Le Trou du Diable. Und das machen sie inzwischen so gut, dass sie 2013 sogar zur besten kanadischen Brauerei des Jahres gewählt wurde. Und das soll was heißen, wenn man den oben genannten Zahlen Glauben schenken darf.

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Dabei setzen die Kandier nicht nur auf die typischen Craft Beer-Stile, wie IPA oder Pale Ales (La Morsure, La Fougueuse, L’Amère Indienne, Mac Tavish) in sämtlichen Formen, sondern reinterpretieren auch klassische Bierstile wie Doppelweizenbock (La Weizgripp), Irish Red Ale ( (La Rubins Red) oder das großartige La Saison Du Tracteur. Ständig kommen neue (Spezial-)Biere hinzu. In der hauseigenen Bar werden aber auch Biere von befreundeten Brauereien ausgeschenkt, so dass man sich bei einem Besuch stets von der weitgreifenden Qualität des kanadischen Craft Beer überzeugen lassen kann. Denn am Ende lügen Zahlen auch nicht.

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2 Antworten
  1. Laurent Mousson says:

    Nur eines : einen Quebéquois „Kanadier“ zu nennen ist noch schlimmer als einen Bayer „Deutscher“…
    Ehrlich gesagt : Kanada soll nicht als einheitliche Bbiermarkt betrachter werden, ausser für Produkte der Multis wie Labatt (AB InBev) und Molson (Molson.Coors). Für Mikrobrauereien ist es extrem schwierig, Bier aus einer Provinz Kanadas in eine Andere zu „exportieren“. Wegen Provinzmonopole auf alkoholischen Getränken.
    Die Craft-Bierszenen von Ontario und Québec sind also z.B. fast dicht getrennt, und eine Mikrobrauerei aus Montréal wird es fast einfacher haben, Bier in den USA zu verkaufen als in Toronto.

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