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Buddelship Brauerei Hamburg

Eine dicke Wolkenfront zieht auf. Es wird grau über der tobenden See. Die Wellen schlagen immer höher und treffen mit voller Wucht auf die steinige Küste. Der «Blanke Hans» ist da!

Womit im norddeutschen Volksmund auch eine Sturmflut bezeichnet wird, kann durchaus auch auf die deutsche Bier-Szene übertragen werden. Moderne und kreative Interpretationen von Bierstilen, entwickelt und produziert von jungen aufgeschlossenen Brauern, wirbeln den langweiligen Markt auf und hinterlassen nachhaltig Eindruck.
Einer der jungen Wilden ist Simon Siemsglüß mit seiner Buddelship Brauerei an der Grenze von Eimsbüttel/Stellingen. Erst seit kurzem braut er im Herzen Hamburgs Biere, wie ein belgisches Saison, IPA, Pale Ale und moderne Interpretationen von Pilsner und Weißbier. Und eben dieses Weißbier nennt sich passenderweise «Blanker Hans». Aber auch die anderen Biere haben typische nordische Begrifflichkeiten als Namen. «Mitschnagger» oder «Roter Klinker» oder «Kohlentrimmer». Das passt zu dem norddeutschen Standort und zum gebürtigen Hamburger Simon.

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Als Simon vor einigen Jahren als Student in Kanada die florierende Craft Beer-Szene entdeckte, stand relativ schnell fest, dass Bier sein Ding ist. Die belgisch inspirierten Bierstile der franko-kanadischen Region in Kanada hatten es ihm besonders angetan. Obwohl der Beschluss, in Kanada zu bleiben, eigentlich schon fest stand, zog Simon dann doch noch einmal nach Berlin, um an der VLB zu studieren. Doch auch danach war noch nicht Schluss mit dem Reisen. Brauereien in China und England standen anschließend auf dem Plan. Dort sammelte Simon Kontakte, wie zum Beispiel zu Evin O’Riordain von The Kernel, Abschlüsse, Erfahrung und Mut, der nötig war, um seine eigene Brauerei zu gründen.

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Und vor kurzem war es nun endlich soweit. Nach monatelangem Bauen, Tüfteln und etlichen Behörden-Gängen, ist Hamburg und Deutschland nun um eine kleine kreative Mikro-Brauerei reicher. Besonders die Behörden haben die Zeit ins Land verstreichen lassen und Simon die ein oder andere schlaflose Nacht beschert. In der Zwischenzeit aber hämmerte, sägte und schweißte er einfach weiter an seiner Brauerei. Denn es musste vieles in der alten Fisch-Verarbeitungshalle aus den 30er Jahren umgebaut werden, damit dort das 10 Hektoliter-Sudhaus seinen Platz finden konnte. Und alles hat Simon mit den eigenen Händen gemacht. Das ist ganz schön «crafty». Und das passt zum Craft Beer und der Einstellung. Aber nun ist alles geschafft und Simon steht eigentlich täglich in seiner Halle mit der schönen Sudanlage und den – teilweise offenen – Gärtanks. Zeit für die alten Hobbys Sport und Reisen bleibt nun kaum bis gar nicht mehr. Denn auch Flaschen reinigen und abfüllen erledigt Simon selber. Ein wenig lästig findet es der sympatisch zurückhaltende Hamburger schon, aber auch das gehört zum Bier brauen dazu und  trotzdem ist er stolz wie Bolle auf seine Brauerei. Das merkt man. Wenn alles aus eigenen Mitteln und mit eigenen Kräften entsteht, ist der Stolz auch absolut nachvollziehbar und angebracht. Steht man in der Halle der Buddelship Brauerei, ist es ebenso bewundernswert, zu sehen, was hier auf die Beine gestellt wurde.

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Nun müssen Simons IPAs, Saisons und Weißbiere nur noch unters Volk gebracht werden. Das sieht Simon selber derzeit auch noch als größte Herausforderung. Es gibt kaum oder zumindest zu wenige Gastrobetriebe, die ein neues, überraschendes Bier einer unbekannten Brauerei, an den Zapfhahn oder auf die Getränkekarte nehmen. Das liegt natürlich unter anderem an den Verträgen mit Großbrauereien, aber auch an der mangelnden Risikobereitschaft oder einfach am schlechten Geschmack der Betreiber. Aber das wird sich bestimmt noch ändern und eigentlich soll das Buddelship-Bier ja auch immer etwas besonderes bleiben und nicht überall zu haben sein. Etwas Geduld und Ausdauer benötigt man wohl. Und diese Ausdauer-Erfahrung hat der gelassene Simon ja bereits gemacht.

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Ändern wird sich wahrscheinlich eh viel in Deutschland. Davon ist Simon überzeugt. «Es gibt so viele junge, mutige und super ausgebildete Brauer und Mälzer in Deutschland. Da wird einiges Neues auf uns zu kommen.», prognostiziert er. Einzig das Reinheitsgebot steht da etwas im Wege. Auch er findet es Schade, dass das Reinheitsgebot so extrem in den Köpfen der Konsumenten und auch Brauer verankert ist. Das sollte sich ändern und wäre wichtig für die Weiterentwicklung der deutschen Bier-Kultur.

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Wie auch Simon sich stetig weiter entwickelt. Zwar sind alle bisherigen Biere nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut, aber das wird sich vermutlich in naher Zukunft auch ändern und es wird mutig und wegweisend experimentiert. Vielleicht mit Kräutern, Früchten und Gemüse. Das würde zumindest zur Hamburger Bier-Geschichte passen. Denn schon im 13. Jahrhundert wurde hier in nicht gerade wenigen Brauereien gebraut und probiert. Denn Hamburg war eine Bier-Stadt. Und das soll sie auch gerne wieder werden. Mit einer riesigen Bier-Vielfalt und dem Weißbier, was eigentlich ein ursprünglicher Hamburger Bier-Stil ist. So wie der «Blanke Hans» von Simons Buddelship Brauerei.

Die Buddelship Brauerei findet man hier bei Mikrobrauer.

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4 Antworten
  1. Felix says:

    Hey ihr!
    Wollte mich sowieso schon längst mal zu Wort gemeldet haben.
    Euer Blog ist wirklich klasse und mit diesem Beitrag habt ihr es einfach auf die Spitze getrieben!
    Einfach eine klasse Idee sich mal das Schaffen dieser kleinen Brauerei anzusehen und dann noch die tollen Fotos.
    Hab jetzt schon wieder Durst bekommen!
    Zum Glück läuft heute Abend Fussball!;)
    Grüße,
    Felix

  2. Deck, Edmund says:

    Sehr geehrter Herr Simon,

    einer unserer Freunde in Turkmenistan beabsichtigt eine Brauerei mit einer Leistung von 30 t/Tag aufzubauen.
    Der Betrieb soll in 3 Schichten gefuehrt werden.
    Ihre Aktivitaeten und Mut haben mich begeistert.
    Waeren Sie bereit eine Brauerei in Turkmenistan aufzustellen.

    Mit freundlichen Gruessen.

  3. Hops Hysteria says:

    Hallo Edmund. Das klingt sehr interessant, aber ich kann bei Deinem Anliegen leider nicht weiterhelfe. Am besten schreibe doch Herrn Siemsglüß von der Buddelship Brauerei direkt an http://www.buddelship.de

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