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BROUWERIJ ‚T IJ

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Geflieste Wände und Böden, ein steriler Tresen mit mehreren Zapfhähnen, einfache Holzbänke und -tische in den Ecken. Lauter laute fröhliche Menschen mit Bier gefüllten kleinen Gläsern in den Händen. Dass hier einst ein Badehaus stand, erkennt man nur noch an den weißen Kacheln und den unverputzen Rohren. Das Interieur ist einfach gehalten. Aber darauf kommt es auch nicht an. Denn bei der Brouwerij ‚t IJ steht natürlich das Bier im Mittelpunkt. Und das wird hier gerne getrunken – und viel.

Als ich im Frühjahr Urlaub in Amsterdam gemacht habe, stand selbstverständlich auch ein Besuch bei der Brouwerij ‚t IJ auf dem Plan. Der etwas längere Spaziergang zur Brauerei, die neben der Windwühle De Goyer steht, war schnell vergessen (der Rückweg war schlimmer …), als ich erwartungsvoll und etwas euphorisch in den kleinen Schankraum hereinplatzte. Hier ist doch eine Party im Gange? Aber so ist es wohl jeden Tag. Eng, laut, aber vor allem feucht-fröhlich. Da muss man sich integrieren und direkt ein Hausbier vom Fass probieren.

Und das schmeckt. Auch wenn ich nicht genau wusste, auf was ich mich einlasse. So habe ich zunächst das Pilsner «Plzen» bestellt. Kann man ja nicht so viel falsch machen. Aber das war kein gewöhnliches Pilsner. «Plzen» ist ein obergäriges Bier, das mit einer belgischen Haus-Hefe fermentiert wurde und etwas stärker gehopft ist. Und das ist auch das besondere an der Brouwerij ‚t IJ. So ziemlich alle dort gebrauten Biere haben einen starken belgischen Touch. War es am Anfang für mich doch recht gewöhnungsbedürftig, habe ich es spätestens nach dem grandiosen «IPA» lieben gelernt. Heute liebe ich ein gut gehopftes belgisches Bier über alles.

Aber auch die anderen Biere aus der Produktepalette der Amsterdamer sind sehr zu empfehlen. Sei es das leichte, erfrischende «IJ Wit» (Belgisches Witbier), oder das Dubbel («Natte»), Tripel («Zatte») oder das noch etwas kräftigere «Columbus». Um nicht komplett aus den Latschen zu kippen, habe ich mir am Ende einen Probier-Koffer mit allen Spezialitäten eingepackt, den ich immer noch nach und nach genieße.

Die Brouwerij ‚t IJ gibt es bereits seit 1985 und ist somit eine Bier-Institution in Amsterdam und sogar in ganz Holland. Gegründet wurde sie von  Kaspar Petersen, einem niederländischen Singer/Songwriter, aus den selben Gründen, wie damals zeitgleich in den USA die Craft Beer Bewegung entstanden ist: es gab in den Niederlanden zu wenig Bier-Vielfalt -und Qualität, während die großen Bier-Konzerne den Markt beherrschten. Die Erfahrung, dass es besseres Bier z.B. in Belgien gab und der Spaß am eigenen Bier-Brauen taten ihr übriges, um Kaspar dazu zu bringen, professionell an den Kessel zu treten.

2008 wurde Brouwerij ‚t IJ von Patrick Hendrikse und Bart Obertop übernommen, die die Technik der Brauerei modernisierten und erweiterten und auch das Bier etwas auffrischten, indem sie heute mehr amerikanischen Hopfen verwenden und neuartige saisonale Biere anbieten. Die beiden Fans der alten Brouwerij hatten bei dem Kauf der Brauerei keinen Schimmer, wie man sie zu führen hat, geschweige denn, wie man gutes Bier braut. Aber mit Hilfe von Petersen, dessen Belegschaft und ihren Erfahrungen, die sie auf Unternehmerseite in der Amsterdamer Club-Szene sammeln konnten, führen sie nun erfolgreich die kleine Tradition der Brouwerij ‚t IJ fort.

Ich empfehle jedem Bier-Liebhaber bei einem Besuch in Amsterdam, mindestens einen Abend bei der Brouwerij vorbeizuschauen und sich durch einige Biere zu testen.

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