Brautag: «Elements of Crime» Wheat Ale

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Es sollte dieses mal etwas frischeres, leichteres werden. Nach den krassen Geschmacks-Granaten «The Nights are long and filled with Pain» (Smoked Porter) und «Minor Atrocity» (Smoked Belgian IPA) und dem vor der Tür stehenden Frühling, soll der Zunge wieder etwas Erholung gegönnt sein.

Geplant war für den ersen Sud 2014 eigentlich eine Gose/Lichtenhainer. Also ein sauer vergorenes, leicht rauchiges Bier, das mit Salz und etwas Gewürz Leichtigkeit und Frische im Mund und Hirn erzeugen sollte. Leider war die Idee nicht ganz ausgereift und die eigentlich käuflich erwerbliche Lacto-Bakterien, die die Säure im Bier erzeugen, nicht mehr so schnell erhältlich. Man kann auch eigene Bakterien züchten, die den gewünschten Effekt erzeugen, doch dafür habe ich mich noch nicht ausreichend in die Thematik eingelesen oder Tests durchgeführt.

Eigentlich Schade, da ich momentan doch sehr fasziniert bin von sauer vergorenden Bieren. In Deutschland haben diese Biere eine lange, alte Tradition, sind jedoch irgendwann fast komplett ausgestorben. Die Berliner Weiße ist bei uns sicherlich der bekanntesten Bier-Stil, der ebenfalls mit Bakterien produziert wird (und definitiv nicht mit Sirup getrunken wurde). Und seit einem Vortrag in der Berlin Beer Academy vor einigen Wochen, bei dem Sebastian Sauer von Freigeist über alte deutsche Bier-Stile erzählt hat (die natürlich auch verköstigt wurden) und bei dem auch Andreas Bogk, der original Berliner Weiße-Spezialist, anwesend war und wusste zu ergänzen, wollte auch ich einmal probieren, ein Bier in dieser Richtung zu brauen. Sicherlich sind die sauren Biere für die meisten Bier-Trinken gewöhnungsbedürftig. Und Pale Ales, Stouts und vor allem IPAs überfluten gerade erst Bier-Deutschland und penetrieren die Geschmacksknospen der Bierliebhaber. Da kommt schon wieder etwas neues aus der Craft Beer Szene. Zumindest hierzulande. In den USA, Dänemark, Niederlande und vor allem Belgien sind Sauerbiere schon lange sehr beliebt.

Ich musste mit meinem Brau-Vorhaben also etwas umdisponieren. Aber, dass es frisch, fruchtig und vor allem anders sein sollte, war klar. Nun habe ich mich dann doch an einem alten deutschen Bier-Stil orientiert und einfach eine große Änderung vorgenommen. Die Preußen Weiße ist – wie der Name sagt – verwandt mit der Berliner Weiße, wurde aber zusätzlich noch mit Gewürzen, wie Koriander, Ingwer und Wacholderbeeren eingebraut. Das habe ich übernommen, getrocknete Orangenschalen und Meersalz (das teilweise in der Gose verwendet wurde) addiert und nicht sauer vergoren, sondern eine einfache German Ale-Hefe verwendet (Wyeast 1007). Als Malze wurden zum Großteil Weizen- und Pilsnermalz und zusätzlich kleine Mengen Münchner Malz, Rauchmalz und Sauermalz, welches das harte Wasser in Hamburg Eimsbüttel weicher machen sollte.

Die Bittereinheiten habe ich auf 22 IBU erhöht. Bei Sauerbieren liegt der Wert meistens um 10. Als Hopfen wurden Perle und späte Zugaben von Centennial und Citra verwendet, die die hoffentlich erreichte Fruchtigkeit unterstützen sollen. Die Stammwürze sollte nach Plan bei 14° Plato liegen, wurde aber am Ende auch etwas überschritten. Vielleicht wird nach der Hauptgärung noch etwas reguliert. Sollte in ca. einer Woche die gewünschte Frische und Fruchtigkeit nicht vorhanden sein, wird außerdem noch mit Citra für eine Woche gestopft.

Ich bin selber gespannt auf das Ergebnis. Aber immerhin blubbert es schon fleißig im Gärbottich. Jetzt muss nur noch der Frühling konstanter werden, und nicht wie heute einen katastrophalen Aussetzer bekommen. Dann sind die angesetzten 14 Liter vom «Elements of Crime» sicherlich schnell weggetrunken.

Der nächste Brautag ist bereits für die nächste Zeit geplant – und auch dieses Bier wird etwas für Frühling- und/oder Sommer-Abende.

 

Übrigens werden in Kürze mehrere deutsche Craft Brauer saure Biere auf den Markt schmeißen. Allen voran Fritz Wülfing von Ale-Mania mit seiner Gose (Gose Mania).
Eine Preußen Weiße, die mit den italienischen Brauern von Birra Amiata gebraut wurde, ist bereits erhältlich. Ebenso die Preußen Weiße, die er mit The Monarchy gebraut hat. Das Lichtenhainer Abraxxxas von Freigeist ist ebenfalls ein absolutes Sommer-Frische-Bier (ähnlich wie die Gose, nur mit einem hohem Rauchmalz-Anteil) und kann ich uneingeschränkt empfehlen.
Die Berliner von BrewBaker haben seit kurzem auch eine Berliner Weiße im Repertoire. Und nicht zu vergessen Andreas Bogk mit seiner Original Berliner Weiße.
Die Brauerei Bayerischer Bahnhof in Leipzig ist weltberühmt für seine originale Gose – vermutllich das sauerste Bier der Welt.
Aber wenn man einmal auf den Geschmack von sauren Bieren gekommen ist, lässt es einen nicht mehr los.

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