FREIGEIST / THE MONARCHY / BIRRIFICIO ENDORAMA

Freigeist Braukultur ist eine der wenigen deutschen Craft-Brauereien, die auch international (und vor allem in den USA) Erwähnung und Anerkennung finden. Aber eigentlich ist Freigeist gar keine Brauerei. Sebastian Sauer, der Braumeister, braut seine Biere nämlich in der Braustelle in Köln, einer klitzekleinen Hinterhaus-Nano-Brewery.

Während in der Braustelle bekannte Bierstile, wie Kölsch, gebraut werden, konzentriert sich Sebastian auf alte, vergessene Bierstile, die er modernisiert. Das macht Freigeist zu etwas besonderem und vielleicht ist er auch gerade deswegen in der Craftbeer-Welt angesehen. Eines dieser vergessenen Stile ist das Lichtenhainer, das Abraxxxas. Ein Bier, das mit der Berliner Weisse verwandt ist. Es ist also sehr sehr sauer, aber wahnsinnig erfrischend. Wenn man es nicht gewohnt ist, zieht es einem die Zunge ordentlich zusammen, aber nach zwei/drei Schlücken merkt man den frischen Malz-Charakter und die Säure geht leicht zurück.

Auch gestalterisch lassen sich die Freigeist-Biere sehen – ebenfalls die Kreationen des Nebenbrau-Projekts von Sebastian «The Monarchy» sind sehr interessant und er tut vieles, um internationale Kooperationen einzugehen – z.B. mit Brewfist oder Birrificio Endorama aus Italien. So auch das «Lama Ding Dong», ein sehr malziges, leicht süßes Smoked Saison.

http://www.braustelle.com/
Köln, Deutschland
Braumeister: Sebastian Sauer (Freigeist), Peter Esser (Braustelle)

 

Birrificio Endorama

http://www.endorama.it/
Bergamo, Italien
Braumeister: Simone Casiraghi

 

UNTAPPD MASTER MIT OMNIPOLLO

Dinge bewerten macht man ja im Alltag irgendwie immer – auch wenn es unbewusst geschieht. Ich mache soetwas auch gerne bewusst und habe schon früher als Kind Liste über Liste verfasst, Inhalte verschoben, geändert, neu angeordnet.

Bewertungsportale erfreuen sich großer Beliebtheit – besonders, wenn es mit einem Sammel- und Belohnungs-System einhergeht. So wie Untappd. Das amerikanische Portal hat sich auf das Bewerten und Sammeln von persönlichen Biererfahrungen spezialisiert. Für bestimmte erreichte Ziele bekommt man dann sogar Belohnungen in Form eines digitalen Abzeichens (siehe Foursquare). Eigentlich totaler Blödsinn, aber verdammt nochmal, es macht Spaß und süchtig.

Totaler Blödsinn, weil meiner Meinung nach der eigene Geschmack nur für einen selber etwas zählt und halt subjektiv ist. Klar, auf die Masse gesehen, zeigt sich da schon eine gewisse Tendenz, aber Bier, besonders Craftbeer, ist nunmal ein Frischeprodukt und der Geschmack eines Bieres aus unterschiedlichen Produktionsläufen kann schon variieren, da die Inhalte natürlicher Herkunft sind und manchmal in Qualität schwer beeinflussbar. Eine gleiche Hopfenart kann in einem Erntejahr so schmecken, aber im anderen leicht anders, da z.B. die Sonne weniger geschien hat.

Dennoch gelten z.B. ratebeer.com oder Beeradvocate als Referenz in Sachen Bier-Bewertung und so ziemlich jeder Bierliebhaber schaut dort, wie sein kühles Bier im Glas vor ihm denn eigentlich so in der Welt-Rangliste steht.

Egal, was ich eigentlich sagen will: Ich habe soeben den Master-Badge (200 unterschiedliche Biere bewertet) bei Untappd bekommen. Check this out! Danke an das oben abgebildete wunderschöne und wohlschmeckende «Leon» von Omnipollo.

Artwork Leon: Karl Grandin
Foto: Carl Kleiner

 

KEITH SHORE

Ein kurzes Interview auf  der Webseite von Mikkeller  mit Keith Shore, dem Erfinder von Henry und Sally und gleichzeitig dem Gestalter der tollen Mikkeller-Labels.

 

HOPSHYSTERIA LABEL

Das sind sie nun, die Label der ersten beiden heimgebrauten Biere. Etwas provoziere sollen sie ja auch. Annegret kann das gut. Dieser Illustrations-Stil wird nun auf alle zukünftigen Biere angewandt.

«Awesome Annegret» ist übrigens offiziell fertig gereift. Wenn man das so sagen kann. Und es sieht gut aus und schmeckt sogar. Ich bin zufrieden!
Beim Einschenken sprudelt es absolut ausreichend und eine weiße leicht beige Schaumkrone entsteht. Diese ist etwas grobporig und auch zu schnell wieder aufgelöst. Leider. Der Eingang ist angenehm fruchtig und süßlich-sauer, aber sehr leicht – vielleicht etwas zu leicht. Beim Abgang schmeckt man dann allerdings die Kraft des Malzes. Toll karamellig und brotig.

 

CANIS MAJOR

Die heutige Koch-Waffe der Wahl: «Double Dog» der Flying Dog Brewery. Feinstes Imperial Pale Ale (also ein stärker alkoholisiertes Pale Ale). Da muss man beim Kräuter-Hacken etwas mehr aufpassen …

Musikalische Begleitung dazu: «…to the Beat of a Dead Horse» von Touché Amoré. Wird wohl etwas hektischer, das Kochen.

 

LONDON CRAFT BEER FESTIVAL

Bier-Festivals gehören zur Craftbeer-Bewegung einfach dazu. Es sind Veranstaltungen auf denen die kleinen Craft-Brauereien ihre neuesten Kreationen präsentieren, man die Macher hinter den Bieren persönlich trifft, und andere Bier-Geeks kennenlernt. Meistens kombiniert mit sehr gutem Essen und einem netten Rahmenprogramm lohnt sich ein Besuch auf einem solchen Festival immer.

In London findet vom 16. bis 18 August dieses Jahr zum ersten mal das «London Craft Beer Festival» statt. Auch hier kann man einige der besten Craft-Breweries der Welt besuchen. So unter anderem The KernelMikkellerTo ØlThornbridgeBrewDog oder Magic Rock Brewing – weitere werden in den nächsten Wochen noch vorgestellt.

Wer sich zu der Zeit in London aufhält, sollte einen Tag vorbei schauen. Und wer gerade zufällig in Portland ist, sollte unbedingt «The Festival» besuchen. Brandneu und ebenfalls mit der Crèmé de la Crème der Craftbeer-Szene.

 

HOT RUM COW

Dass Whiskey und Bier eng miteinander verwandt sind, dürfte jedem bekannt sein. Aber nicht aus diesem Grunde habe ich mir die neueste Ausgabe der «Hot Rum Cow» bestellt. Das Magazin aus England, das das breite Feld der Trinkkultur monothematisch behandelt, weiß nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu überzeugen. Das Hauptthema der Ausgabe Nummer 3 ist «Whiskey». Allerdings befinden sich auch zwei interessante Artikel zum Bereich Bier darin.

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BRAUFEST BERLIN

Vom 12. bis 14. September 2013 findet in Berlin das «Braufest Berlin» statt. 20 Brauereien aus Deutschland und Europa werden ihre Biere vorstellen und zur Verköstigung anbieten. Darunter sind auch die besten Craft-Brauereien aus Berlin: Schoppe Bräu, Hops & BarleyVagabund BrauereiHeidenpetersBeer4WeddingBrewBaker und einige weitere Brauereien aus Bayern. Die vorläufige Liste kann auf der offiziellen Homepage eingesehen werden.

Es wird auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain stattfinden – gut, dass ich direkt um die Ecke übernachten kann. Also, ich werde definitiv dabei sein und es ist schön zu sehen, dass neben der seit diesem Jahr voll etablierten BrauKunst Live in München weitere kleinere Craft-Bier-Festivals entstehen.

 

ABGEFÜLLT

31 Flaschen mit feinstem Pale Ale sind jetzt abgefüllt und befinden sich in der Nachgärung. Endvergärungsgrad war dann doch 2,1%. Hätte ich nicht gedacht. Somit liegt der Alkoholgehalt bei 4,7% vol. Ich bin zufrieden.

Nur die Trübung finde ich alles andere als schön. Vermutlich ist das Anschwänzen zu heiß gewesen. Dabei könnten nicht verzuckerte Stärkeanteile des Malz’ mit ausgewaschen worden sein. Also nächstes mal besser aufpassen. Aber mit der Kaltreifung wird die Trübung sicherlich noch ein wenig verschwinden.

 

RITUALE MIT EVIL TWIN BREWING UND TO ØL

Feines Bier und gute Musik gehören für mich zum Kochen inzwischen einfach dazu. Heute stand das Sønderho Hipster Ale (Barrel-aged Pale Ale) von Evil Twin Brewing neben Topf und Pfanne auf der Arbeitsplatte. Leider habe ich das Bier schon mehrere Monate in Lagerung, und anscheinend war es zu lange bzw. falsch gelagert (zuviel Licht und zu warme Bedingungen). Totale Säure! Zum Glück habe ich die Weißweinfass-Lagerung herausgerochen & -geschmeckt. Aber das konnte die Enttäuschung nicht verhindern. Schade. Das darf nicht wieder passieren, da das Bier eigentlich ein Schatz ist.

Zum Glück ist die Musik nicht schlecht. Floral Green von Title Fight.

Als Bier-Entschädigung gab es dann übrigens das Reparationsbajer von To Øl. Es perfektes Pale Ale. Schön fruchtig, tolle Harmonie.